Krisenprävention durch digitale Konzepte

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Unter diesem anspruchsvollen Thema stand die mittlerweile 11. Veranstaltung der Reihe „Industrie 4.0 – konkret“, die die Wirtschaftsförderung Lippstadt gemeinsam mit der UNITY AG anbot. Die Frage, wie sich Unternehmen in der aktuellen Umbruchsituation hin zu mehr Digitalisierung und veränderten Marktbedingungen krisensicher aufstellen können, war Thema des Abends.

René Szepanski, Geschäftsfeldleiter bei der UNITY AG, wies in seinem Vortrag zunächst auf die Brisanz der aktuellen wirtschaftlichen Situation hin. Ein Beleg für die extreme Dynamik derzeit sei beispielsweise, dass 52% der Fortune 500 Unternehmen aus dem Jahr 2000 heute nicht mehr am Markt sind, so Szepanski.
Die Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern Mittel zur Optimierung eines Unternehmens. Zukünftige Möglichkeiten müssten erkundet und erweitert werden, Kosten reduziert, Potenziale für Neugeschäfte ausgelotet und letztlich Erträge gesteigert werden. Wichtig für eine nachhaltige Optimierung sei eine ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens und ein strukturiertes Vorgehen von der Planung bis zur Umsetzung. Klassische Projektansätze, bei denen diese Prozesse parallel zu Tagesgeschäft durchgeführt werden seien weniger hilfreich als die Umsetzung in sog. „Boost Camps“. In diesen werden die relevanten Beschäftigten eines Unternehmens für eine gewisse Zeit aus dem Tagesgeschäft freigestellt und fokussieren sich auf die Analyse und Planung der (Umstellungs-)Prozesse.


Im zweiten Teil des Abends stellte Ekkehard Wiechel die EFFIZIENZ-AGENTUR NRW vor. Im Auftrag des NRW-Umweltministeriums unterstützt sie seit über 20 Jahren Industrie und Handwerk bei umfangreichen Veränderungsprozessen. Zunächst ginge es darum, Potenziale zu erkennen und zu quantifizieren, so Wiechel. Anschließend würden Lösungen aufgezeigt und konkretisiert. Im nächsten Schritt wird die jeweilige Umsetzung initiiert und begleitet. Parallel werden Finanzierungswege identifiziert und erschlossen. Last but not least werden Kooperationen und Netzwerke etabliert. Wiechel betonte, dass die Ansatzpunkte für Prozessoptimierungen im Unternehmen meist zahlreich seien, daher sollte man zunächst analysieren, wo die Erfolgs- und Effizienzquote am höchsten sei und sich auf diese Bereiche fokussieren. Sonst bestehe die Gefahr, „sich zu verzetteln“

Beide Referenten waren sich darin einig, dass Prozessoptimierungen immer auch Chefsache sein müssten, dass also die Führungsebenen die Aktionen forcieren und unterstützen müssten. Dennoch sei es zu jedem Zeitpunkt wichtig, die Beschäftigten qualifiziert einzubeziehen und ihre jeweiligen Kompetenzen abzufragen.

Als dritter Gast des Abends stellte Bernhard Happe, Geschäftsführer der Horst Otten GmbH, sein Unternehmen als ein Praxisbeispiel für die Analyse und Optimierung eines Unternehmens vor. Durch die digitale Optimierung von Abläufen und die Restrukturierung von Produktionsabläufen könne er erhebliche Einsparpotenziale nutzen, sowohl, was den Materialeinsatz als auch die Zuverlässigkeit der Personalplanung angehe.

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Informieren zum Thema Krisenprävention durch Digitalisierung
Bernhard Happe, Horst Otten GmbH; Dr. Dirk Drenk, WFL GmbH; Christian Grotebrune und René Szepanski, UNITY AG; Ekkehard Wiechel, Effizienz-Agentur NRW
Informierten zum Thema Krisenprävention
Dr. Dirk Drenk, WFL GmbH; Ekkehard Wiechel, Effizienz-Agentur NRW; Bernhard Happe, Horst Otten GmbH; Christian Grotebrune und René Szepanski, UNITY AG;