Persönlichkeitsentwicklung ist Chefsache - Experten gaben im CARTEC Tipps zu Motivation, Führungsverhalten und Konfliktklärung

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Mit einer Informationsveranstaltung zu erfolgreicher Führung in kleinen und mittleren Unternehmen sind die drei Veranstalter Wirtschaftsförderung Lippstadt GmbH, Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland sowie IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland bei den heimischen Unternehmen auf großes Interesse gestoßen. 140 Inhaber und Führungskräfte aus dem Raum Lippstadt erhielten von den drei Persönlichkeits-Experten Markus Brand, Frauke Ion und Barbara Kramer einen spannenden Einblick in die Themen Motivation, typgerechtes Führen und Konfliktklärung.

Den Anfang machte der geborene Lippstädter Markus Brand, der 2018 mit seinem Kölner Institut für Persönlichkeit den europäischen Trainings-, Coaching- und Beratungspreis in Gold gewonnen hat. Der Diplom-Psychologe, Managementtrainer und Autor gehört heute zu den erfahrensten Reiss Motivation Profile®-Experten weltweit. Das Reiss Motivation Profile® ist eine wissenschaftlich fundierte Persönlichkeitsanalyse, die nicht nur im Sportbereich von Jürgen Klopp oder in der deutschen Handball-Nationalmannschaft als Motivations-Werkzeug eingesetzt wurde. Heute nutzen es viele Unternehmen, um die Persönlichkeiten ihrer Mitarbeiter besser zu verstehen und sie so individuell zu motivieren. „Wer andere erfolgreich führen will, muss zuerst sich selbst führen können.“ Davon ist Markus Brand überzeugt, denn Motivation und Führung sind eng miteinander verbunden. Damit eine motivorientierte Personalführung gelingen kann, ist es unumgänglich, dass sich die Führungskraft ganzheitlich mit sich selbst auseinandersetzt. Denn unterschiedliche Motive und Bedürfnisse nehmen einen unmittelbaren Einfluss auf den Führungsstil. In seinem interaktiven Vortrag zeigte Markus Brand den zuhörenden Unternehmern und Führungskräften eindrucksvoll, wie sie die eigenen Bedürfnisse identifizieren, ihr individuelles Führungsverhalten verstehen können und erkennen, wie gut dieses zu ihren Mitarbeitern bzw. ihrer Organisations-Struktur passt.

Um dieses „typische Verhalten“ ging es anschließend auch in dem Vortrag von Frauke Ion, Beraterin, Trainerin und Mit-Inhaberin des Instituts für Persönlichkeit. „Das ist ja mal wieder typisch für dich!“ Mit diesem Satz begann sie ihren 30-minütigen Vortrag und machte deutlich, dass er gar nicht so negativ zu verstehen ist, wie er zunächst klingt. Denn: Jeder Mensch hat ganz individuelle Neigungen, Eigenheiten und Ticks. Und das ist auch gut so, denn diese Vielfältigkeit ermöglicht wertvolle Synergien in Unternehmen – allerdings nur, wenn Führungskräfte ihr eigenes Denken, Handeln und Fühlen reflektieren und sich dann „typgerecht“ auf ihre Mitarbeiter einstellen. Persönlichkeitsanalysen wie Insights Discovery® können dabei helfen, Selbstreflexion auf einer fundierten und möglichst objektiven Basis durchzuführen. Durch Frauke Ions Vortrag bekamen die Unternehmer eine Vorstellung davon, welcher „typische“ Verhaltenstyp sie sind: der „rote“ Macher, der „grüne“ Beziehungstyp, der „gelbe“ Entertainer oder der „blaue“ Analyst. Und am Ende gab sie ihnen noch eine essenzielle Botschaft mit auf den Weg: Die goldene Regel ´Behandle andere so, wie du behandelt werden willst´ ist tot. Es lebe die Platinregel: ´Behandle andere so, wie sie behandelt werden wollen!´“

Dass „nicht-typgerechte und nicht-motivorientierte Führung“ große Konflikte in Unternehmen auslösen können, das hat auch Diplom-Psychologin Barbara Kramer in ihrem Vortrag eindrucksvoll beschrieben. Konflikte will niemand haben, doch sie gehören fast überall wie selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Häufig reden Mitarbeiter und Führungskräfte entweder gar nicht mehr miteinander oder aneinander vorbei. Spätestens dann sollte sich der Chef verantwortlich fühlen und die Klärung des Konflikts angehen. „Konflikte klären ist Chefsache“, macht Barbara Kramer deutlich – und nicht nur das: Die zertifizierte Konfliktberaterin und Geschäftsführerin des Instituts für Klärungshilfe aus Köln vermittelte ihren Zuhörern ganz konkret, wie sie Konflikte professionell angehen bzw. vermeiden. Denn Konflikte sind die Erfolgsverhinderer in Unternehmen und senken die Produktivität um 25 Prozent – das hat eine Studie der KPMG herausgefunden. Aufgabe einer Führungskraft sollte daher sein, ein konfliktfreies Umfeld für die Mitarbeiter zu schaffen. Was sie dafür braucht, sind vier essenzielle Konfliktklärungskompetenzen: Selbstwahrnehmung, Empathie, Kontrolle & Steuerung sowie die Fähigkeit zur Meta-Kommunikation.

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen können das Führungsverhalten und die Konfliktklärungskompetenzen von Inhabern und leitenden Mitarbeitern den Unternehmenserfolg wesentlich beeinflussen. In der Informationsveranstaltung im Technologiezentrum CARTEC wurden praxisnahe und umsetzbare Methoden beschrieben, die Unternehmer nutzen können, um ihre Mitarbeiter in einem möglichst konfliktfreien Umfeld motiv- und typgerecht zu führen. Die Inhalte des Abends werden im CARTEC auch noch mal in zwei praxisorientierten Workshops am Freitag, 24. Mai umfassend behandelt. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr erläutert Frauke Ion unter dem Titel „Typisch ich – typisch du“, wie eigene Verhaltensweisen erkannt und Verhaltenspräferenzen anderer eingeschätzt werden können, wie typgerecht kommuniziert sowie Teamarbeit wirksam gestaltet werden kann. Zum motivorientierten Führen stellt Markus Brand von 15 bis 18 Uhr 16 Lebensmotive und deren Bedeutung für die Mitarbeiterführung und Teamentwicklung sowie konkrete Kommunikations- und Handlungsmaßnahmen der motivorientierten Führung vor. Pro Workshop wird ein Teilnehmerbetrag von 99 Euro erhoben, für 149 Euro kann an beiden Workshops teilgenommen werden. Anmeldung und weitere Infos durch E-Mail an info@institut-fuer-persoenlichkeit.de

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Motivation, Führungsverhalten, Konfliktklärung
Referenten und Gastgeber der Infoveranstaltung zu erfolgreicher Führung in KMU (v.l.): Markus Brand (Institut für Persönlichkeit), Karin Rodeheger (Wirtschaftsförderung Lippstadt), Barbara Kramer (Institut für Klärungshilfe), Frauke Ion (Institut für Persönlichkeit), André Berude (IHK Arnsberg) und Volker Ruff (wfg Kreis Soest/Kompetenzzentrum Frau und Beruf Hellweg-Hochsauerland).